DEFENCE-Briefing Das Update für Sicherheit, Industrie und Politik.
Ausgabe 02 | November 2025
Sehr geehrte Damen und Herren ,
Wir stehen an einem geopolitischen Wendepunkt: Der Krieg in der Ukraine, Chinas Aufstieg und die Rückkehr der Machtpolitik verändern Sicherheits- und Industriepolitik grundlegend. Europa ist nicht länger Beobachter – sondern Teil der Antwort.
Das Defence Briefing ordnet diese Entwicklungen an der Schnittstelle von Industrie, Sicherheit und Politik ein – für alle, die Europas Rolle in der neuen Sicherheitsordnung mitgestalten, finanzieren oder beliefern.
In der aktuellen Ausgabe: Die Herausforderungen der Militärlogistik (und die Chancen für die Industrie) angesichts der fragmentierten nationalen Verteidigungssysteme, der Einstieg von Trumpf in die Laserwaffentechnik, die Schwierigkeiten der Kultmarke Glock - und warum die nächste Bedrohung wohl anders aussehen wird, als wir derzeit gerade planen.
Viel Spaß beim Lesen!
Rudolf Loidl Chefredakteur INDUSTRIEMAGAZIN
TOP STORY
"Militärlogistik wird der Lackmustest für unsere Souveränität"
Fragmentierte nationale Systeme, Abhängigkeit von NATO-Transportkapazitäten, fehlende Infrastruktur für schwere Militärgüter, langwierige Genehmigungsprozesse: All das bremst den Aufbau eigenständiger logistischer Fähigkeiten in der EU, sagt Brigadier Stefan Lampl, seit September Direktor für Militärlogistik im EU-Militärstab.
Interview: Daniel Pohselt
Herr Brigadier Lampl, wie ist es um die militärlogistischen Fähigkeiten der EU bestellt? Lampl: Die Militärlogistik ist eine der größten Herausforderungen für die sicherheits- und verteidigungspolitische Handlungsfähigkeit der EU. Fortschritte in der GSVP sind erkennbar, doch Logistik bleibt der Prüfstein europäischer Glaubwürdigkeit. Die Probleme sind weniger technischer, sondern struktureller und politischer Natur.
Wo liegen die größten Defizite? Die Logistiksysteme der Mitgliedsstaaten sind fragmentiert und oft inkompatibel. Dadurch leidet die Interoperabilität. Zudem ist die EU stark von der NATO und den USA abhängig – etwa bei strategischem Luft- und Seetransport. Auch die europäische Infrastruktur ist vielfach nicht für den Transport schwerer militärischer Güter ausgelegt. Die EU-Initiative Military Mobility soll das ändern, doch Umsetzung und Finanzierung bleiben schwierig.
Welche Lehren zieht Europa aus dem Ukrainekrieg? Der Krieg zeigt, dass Durchhaltefähigkeit und Reaktionsgeschwindigkeit nur durch robuste und resiliente Logistik gesichert werden. Neben Versorgung mit Munition oder Treibstoff geht es auch um Cyberresilienz. Drohnen und unbemannte Fahrzeuge gewinnen in der Versorgung an Bedeutung. Die Preparedness Union-Strategie betont das Zusammenspiel ziviler und militärischer Ressourcen – Resilienz entsteht aus dieser Verzahnung.
Wie kann die EU ihre Autonomie stärken? Eine Doppelstrategie ist nötig: politische Koordination und Investitionen in Infrastruktur, Transport und digitale Systeme. KI-gestützte Logistik wird künftig entscheidend. Institutionen wie EUMS, MPCC und EDA spielen dabei zentrale Rollen – doch im Vergleich zur NATO bleiben ihre Fähigkeiten begrenzt.
Kann die EU eigenständig agieren? Noch nicht. Sie ist in vielen logistischen Kernbereichen auf die NATO angewiesen. Formate wie Berlin Plus und Military Mobility schaffen zwar Synergien, doch ohne funktionierende Zusammenarbeit mit der NATO wäre die EU derzeit nicht in der Lage, größere Operationen allein zu führen.
Was braucht es für echte europäische Souveränität? Die EU muss eigene Führungs- und Logistikstrukturen (C2-Systeme) aufbauen – von der strategischen Planung bis zur operativen Umsetzung. Eine stärkere Verknüpfung ziviler Infrastruktur mit militärischen Logistiknetzen erhöht Effizienz und Krisenfähigkeit. Eigene Fähigkeiten sind keine Konkurrenz zur NATO, sondern Voraussetzung für europäische Handlungsfreiheit.
Stefan Lampl leitet seit September 2025 den Bereich Logistik im EU-Militärstab in Brüssel. Er war in führenden Funktionen unter anderem als Kommandant der Heereslogistikschule, als Abteilungsleiter in multinationalen NATO- und EU-Strukturen sowie als nationaler Kontingentskommandant im Kosovo tätig.
CASE OF THE MONTH
Trumpf steigt in die Laser-Waffen-Entwicklung ein
Was einst Metall trennte, soll künftig Drohnen zerstören: Der Maschinenbauer Trumpf, bekannt für Laserpräzision und Industrieanlagen, entwickelt gemeinsam mit Rohde & Schwarz ein Laserabwehrsystem – made in Germany.
Seit den 1970ern ist der Laser Teil der Trumpf-DNA. Firmengründer Berthold Leibinger brachte den ersten CO₂-Laser aus den USA nach Ditzingen und machte das Unternehmen zum Pionier in der Metallbearbeitung. Heute zählen Trumpf-Laser zu den leistungsfähigsten der Welt – sie schneiden, schweißen, drucken Bauteile und belichten Mikrochips. Ohne sie gäbe es keine EUV-Lithografie: Trumpf liefert das Licht, mit dem ASML die modernsten Halbleiter der Welt produziert.
Nun wird Licht zur Waffe. „Laserbearbeitung aus der Ferne“, nennt das Entwicklungschef Hagen Zimer im Interview mit INDUSTRIEMAGAZIN – effizienter als jede Rakete. Ein Laserstrahl zerstört Elektronik und Sensoren präzise, ohne Splitterwirkung. Seit dem Krieg in der Ukraine gilt: Drohnen sind die Waffen der Zukunft, Europa sucht Abwehrtechnologien – auch in Ditzingen.
Trumpf entwickelt gemeinsam mit Rohde & Schwarz ein mobiles Lasersystem zum Schutz von Flughäfen, Kraftwerken oder Militärbasen. Trumpf liefert Laser, Optiken und Steuerung, Rohde & Schwarz Radar und Kommunikation. Das Ziel: eine präzise, wetterfeste Abwehr auf bis zu einen Kilometer Distanz – bis 2028 soll sie serienreif sein.
Weltweit arbeiten auch Rheinmetall, MBDA, Raytheon und Lockheed Martin an ähnlichen Systemen. Für Trumpf ist der Einstieg strategisch wichtig: Der Umsatz fiel zuletzt um 16 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro, der Gewinn um 88 Prozent. Der neue Markt – rund 100 Millionen Euro groß – wird das nicht ausgleichen, aber er zeigt, wohin sich Europas Hightechindustrie bewegt: von der Fabrikhalle in die Verteidigungspolitik.
Trumpf-Laser erleuchtet Himmel über Stuttgart: Das Familienunternehmen steigt in die Rüstung ein
EXPERTENANALYSE
"Die nächste Bedrohung wird anders sein, als wir gerade planen"
Europa rüstet auf – doch weiß es, wofür? Während Milliarden für neue Systeme bereitgestellt werden, wird die nächste Bedrohung anders aussehen als heute angenommen, sagt die deutsche Sicherheitsexpertin Claudia Major.
Russland befindet sich längst im Krieg mit dem Westen – nur nicht auf klassisch militärische Weise. Was wir derzeit erleben – Drohnen über Polen, Störungen an Flughäfen, Sabotageakte – ist Teil einer Strategie, die seit Jahren besteht: Moskau agiert bewusst in der Grauzone zwischen Krieg und Frieden. Ziel ist es, das Vertrauen in demokratische Institutionen zu schwächen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu untergraben und die Handlungsfähigkeit westlicher Staaten zu testen. Das geschieht dort, wo offene Gesellschaften besonders verwundbar sind. Neu ist daran wenig – aber es wird sichtbarer und unmittelbarer spürbar.
Unsere Antwort darauf muss ein Dreischritt sein: militärische Abschreckung, Verteidigung und zivile Resilienz. Doch wir sollten uns nichts vormachen: Wir wissen nicht, wie der nächste Krieg aussehen wird. Die Ukraine kämpft mit Drohnen – nicht, weil sie das wollte, sondern weil sie musste. Dass daraus nun ein „Drohnenwall“ als einfache Lösung abgeleitet wird, ist zu kurz gedacht. Künftige Konflikte werden viele Komponenten vereinen: Drohnen, Künstliche Intelligenz, Artillerie, Vernetzung und vor allem eine innovative Industrie, die schnell reagieren kann. Russland hat im Krieg eine beeindruckende Lernkurve gezeigt – wir müssen das auch tun.
Die Geschichte lehrt uns, dass Armeen meist für den letzten Krieg vorbereitet sind, nicht für den kommenden. Trotzdem müssen heute Beschaffungsentscheidungen getroffen werden – in Systemen, die träge sind und in denen 27 oder 32 Hauptstädte mitreden. Die NATO-Staaten gehen mit den Armeen in den Krieg, die sie haben – nicht mit jenen, die sie gern hätten.
Und das Geld? Viel ist von Rekordbudgets die Rede, doch die Realität ist ernüchternd: Noch immer erfüllen viele Staaten nicht einmal die versprochenen zwei Prozent. Der Rüstungsmarkt bleibt hochreguliert, Risiken tragen die Unternehmen. Europa wird in der Verteidigung auf einen Mix aus amerikanischen, europäischen und außereuropäischen Systemen setzen müssen – aber das muss politisch erklärbar bleiben.
Und Österreich? So ehrlich muss man sein: Das Land profitiert vom Schutz seiner Nachbarn – investiert aber kaum selbst. Österreich ist, militärisch betrachtet, ein Free Rider.
Claudia Major ist deutsche Politikwissenschaftlerin im Bereich Sicherheitspolitik. Sie ist Senior Vice President für Transatlantische Sicherheitsinitiativen beim German Marshall Fund of the United States. Sie untersucht in ihren Studien die Rolle der NATO, die deutsche Verteidigungspolitik, Europas strategische Autonomie und Souveränität sowie die deutsch-französische Kooperation.
POLICY WATCH
EU – Defence Readiness Roadmap 2030 Am 16. Oktober präsentierte die EU-Kommission das Weißbuch „Defence Readiness Roadmap 2030“ – die Fortsetzung des „ReArm Europe“-Plans. Ziele:
Aufbau eines EU-weiten Militärmobilitätsraums bis 2027.
Vier „Flaggschiff“-Initiativen, darunter eine europäische Drohnenabwehr im Rahmen von Eastern Flank Watch.
Mindestens 40 % gemeinsame Beschaffung bis 2027. Parallel dazu wird das im Juni gestartete „Defence Readiness Omnibus“ genutzt, um Genehmigungen zu beschleunigen und Vorschriften zu vereinfachen.
Bürokratieabbau & Finanzierung Die Kommission forciert die Integration ziviler und militärischer Infrastruktur (z. B. Häfen, Bahnlinien) und strebt einheitliche Genehmigungsverfahren an. Über das neue SAFE-Instrument stehen bis zu 150 Mrd. € für Logistik- und Kapazitätsaufbau bereit. Mitgliedstaaten müssen Förderanträge bis 30. November 2025 einreichen. Noch im November soll zudem ein neues Military Mobility-Paket Engpässe beim Truppentransport adressieren. Mehr Infos: defence-industry-space.ec.europa.eu
Deutschland - Reformen in Beschaffung & Industrie
Während in früheren Monaten bereits Reformvorschläge formuliert wurden, gewinnt in Deutschland laut aktueller Berichte insbesondere die Beschleunigung von Beschaffungen an Dynamik: Ein Rechtsgutachten hebt hervor, dass Verfahren gestrafft werden sollen, z. B. bei Novation-Zustimmungen, Kontrollwechseln und Spezial-Garantien. Mehr Infos: dechert.com.
Ausblick & Bedeutung für Unternehmen
Für Rüstungs- und Verteidigungsindustrieunternehmen heißt das: Sinkende regulatorische Barrieren, wachsende gemeinsame Beschaffungen, erhöhte interstaatliche Koordination.
Allerdings bleibt das Tempo der Umsetzung kritisch: Trotz Ankündigungen sind viele Verfahren noch national fragmentiert, und wie schnell Genehmigungen tatsächlich gekürzt werden, bleibt offen.
Der November wird eine Schlüsselphase: Mit dem SAFE-Deadline, der „Military Mobility“-Initiative und der strategischen Roadmap „Readiness 2030“ rückt die Reduktion von Bürokratie in der Verteidigungslogistik ins Zentrum der europäischen Politik.
DATEN & FAKTEN
Europa rüstet auf – schneller und stärker als geplant. Belgien, Spanien, Luxemburg und Slowenien wollen 2025 die NATO-Zielmarke von zwei Prozent des BIP für Verteidigung erreichen, Deutschland plant bis Ende 2025 Ausgaben von rund 88 Milliarden Euro. NATO-Generalsekretär Mark Rutte schlägt sogar vor, die Quote künftig auf 3,5 Prozent zu erhöhen. Die Karte zeigt: Vor allem Osteuropa, allen voran Polen und die baltischen Staaten, investieren deutlich überdurchschnittlich. Westeuropa holt auf – und verschiebt die Gewichte in Europas Sicherheitslandschaft sichtbar nach Osten.
DER LONGREAD
Glock unter Beschuss: Wie Auftragsverlust und Klagewelle der Marke zusetzen
Glock steht seit Jahrzehnten für Präzision, Effizienz und weltweiten Erfolg – als Filmstar, Rap-Metapher und Exportschlager. Doch jetzt steckt der Waffenhersteller in schwerem Fahrwasser: Umsatz halbiert, Großaufträge verloren, Klagewelle in den USA und politische Hürden setzen dem Konzern massiv zu. Was hält die Zukunft für den Mythos „Made in Austria“ bereit?
Von Dominique Otto
Die Glock ist sie längst mehr als eine Pistole – sie ist Filmstar, Pop-Ikone, Symbol. Seit den 1980er-Jahren zieht sie durch Hollywood und Popmusik wie ein stiller Statist mit klarer Botschaft: präzise, effizient, tödlich.
Man sieht sie in Miami Vice, Die Hard, Mission: Impossible, John Wick, The Dark Knight, Skyfall und The Matrix. Wenn irgendwo eine moderne Pistole im Film glänzt – die Chancen stehen gut, dass es eine Glock ist.
Bevor Glock zur Waffe wurde, war Glock – nun ja – Gardinenstange. Das Unternehmen stellte in seinen frühen Jahren Kunststoffteile, Vorhangstangen und Messer in Deutsch-Wagram her – eine eher unspektakuläre Produktpalette für das, was später zum Synonym für Feuerkraft werden sollte.
Als das österreichische Bundesheer Anfang der 1980er-Jahre eine neue Dienstpistole suchte, um die alte Walther zu ersetzen, witterte Gaston Glock seine Chance. Der Tüftler aus Niederösterreich entwickelte eigens für die Ausschreibung ein Modell, das die Waffenwelt verändern sollte: die Glock 17 – zuverlässig, robust und dank Polymerrahmenaußergewöhnlich leicht.
1983 erhielt Glock den Zuschlag, 1985 führte das Bundesheer die Waffe offiziell ein. Von da an nahm die Erfolgsgeschichte Fahrt auf: In den 1990er-Jahren wurde die Glock zum Standard bei Polizei und Militär weltweit. Aus dem kleinen Familienbetrieb wurde ein globaler Marktführer, dessen Name heute in derselben Liga spielt wie Kalaschnikow oder Colt. Laut New York Times nutzen inzwischen rund zwei Drittel aller US-Polizisten eine Glock.
Firmengründer Gaston Glock starb im Alter von 94 Jahren – seitdem führt seine zweite Ehefrau Kathrin Glock das Unternehmen weiter. Sie saß bereits seit Jahren im Aufsichtsrat, leitet inzwischen die Gruppe und gilt als neue Hüterin des Erbes. Unter ihrer Leitung sollte alles beim Alten bleiben – doch die Zeiten, in denen Glock nur nachlädt, um Rekorde zu brechen, sind vorbei.
Denn während die Glock auf Leinwand und in Songtexten glänzt, bekommt das Unternehmen dahinter zunehmend Pulverrauch in die Augen. 2021 war Glock noch eine österreichische Erfolgsgeschichte: Der Waffenhersteller setzte rund 888 Millionen Euro um – solide, profitabel, beinahe unerschütterlich.
Drei Jahre später sieht das Bild ganz anders aus. 2024 schrumpften die Erlöse auf 380 Millionen Euro, ein Minus von 89 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn halbierte sich beinahe – von 72 auf 39 Millionen Euro. In nur drei Jahren hat Glock damit mehr als die Hälfte seines Geschäftsvolumens verloren.
Glock steckt in der Zange – Was jahrelang als unerschütterlich galt, wird nun von allen Seiten unter Druck gesetzt: vom Militär, das neue Partner sucht, vom Zivilmarkt, der schwächelt, und von der Politik, die mit Zöllen und Klagen vorgeht.
Im militärischen Bereich sieht sich Glock mit härterer Konkurrenz konfrontiert als je zuvor. Der deutsch-amerikanische Hersteller SIG Sauer konnte in den vergangenen Jahren gleich mehrere prestigeträchtige Ausschreibungen für sich entscheiden – darunter jene der US-Streitkräfte, der kanadischen Armee und der australischen Armee. Glock ging leer aus. Der Verlust dieser Großaufträge wiegt schwer, weil das Behörden- und Militärgeschäft traditionell den stabilsten Umsatzpfeiler des Unternehmens bildet.
Nach den Ausnahmejahren 2020 und 2021 – befeuert durch Pandemie, politische Polarisierung und gesellschaftliche Unsicherheit – hat sich der US-Waffenmarkt deutlich abgekühlt. Laut FBI-Statistik sank die Zahl der Hintergrundprüfungen beim Waffenkauf zwischen 2022 und 2024 um rund 25 Prozent. Für Glock, dessen wichtigste Absatzregion die Vereinigten Staaten bleiben, bedeutet das einen spürbaren Nachfragerückgang – im Behörden- ebenso wie im Privatkundensegment.
In den USA steht Glock zunehmend im Fadenkreuz der Justiz. Städte wie Chicago und Baltimore sowie die Bundesstaaten Minnesota, New Jersey und Maryland haben Klagen eingereicht, weil sich Glock-Pistolen mit sogenannten Switches – kleinen, illegalen Zusatzteilen – zu vollautomatischen Waffen umbauen lassen.
In Kalifornien geht man noch weiter: Ab 2026 dürfen bestimmte, leicht konvertierbare Pistolen nicht mehr verkauft werden – betroffen sind de facto fast alle gängigen Glock-Modelle mit dem typischen Polymerrahmen und der markentypischen Abzugsmechanik.
Für Glock bedeutet das nicht nur juristischen, sondern auch politischen Druck: Wenn ganze Märkte wegbrechen, steht mehr auf dem Spiel als nur das Image.
Der Umsatzrückgang zwang das Unternehmen zu einem Sparkurs. Rund 130 Arbeitsplätze wurden abgebaut, die Produktion in Deutsch-Wagram und Ferlach zurückgefahren. Gleichzeitig schlagen hohe Lohn- und Energiekosten in Österreich stärker durch als bei internationalen Mitbewerbern – und belasten die Marge zusätzlich.
EXPERTENTEAM
Rudolf Loidl
Chefredakteur INDUSTRIEMAGAZIN
Daniel Pohselt
Chef vom Dienst INDUSTRIEMAGAZIN
Armin Richter
Präsident Milizverband Österreich und Konsulent für strategische Unternehmensführung
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